Untersuchungen aktualisiert: 20.08.2014

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Gesetze und Verordnungen unter Infosysteme


Grundpflichten des Arbeitgebers[top]

Nach dem Gesetz zur Umsetzung der EG-Rahmenrichtilinie Arbeitsschutz und weiterer Arbeitschutzrichtlinien hat der Arbeitgeber nach Artikel 1, §3 folgende Grundplichten:

(1) Der Arbeitgeber ist verpflichtet, die erforderlichen Maßnahmen des Arbeitsschutzes unter Berückschtigung der Umstände zu treffen, die Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten bei der Arbeit beinflussen. Er hat die Maßnahmen auf ihre Wirksamkeit zu überprüfen und erforderlichenfalls sich ändernden Gegebenheiten anzupassen. Dabei hat er eine Verbesserung von Sicherheit und Gesundheitschutz der Beschäftigten anzustreben.

(2) Zur Planung und Durchführung der Maßnahmen nach Absatz 1 hat er Arbeitgeber unter Berücksichtiung der Art der Tätigkeit und Zahl der Beschäftigten

  1. für eine geeignete Organisation zu sorgen und die erforderlichen Mittel bereitzustellen.
  2. Vorkehrungen zu treffen, dass die Maßnahmen erforderlichenfalls bei allen Tätigkeiten und eingebunden ind die Betrieblichen Führungsstrukturen beachtet werden und die Beschäftigen ihren Mitwirkungsplichten nachkommen können.

Entsprechend diesem Paragraphen 3 sind für den Bereich der Universität Würzburg somit die Institutsleiter/Leiterinnen und Klinikdirektoren/Direktorinnen für die arbeitsmedizinischen Erst- bzw. Nachuntersuchungen, Meldung von Mutterschutz und Durchführung der Röntgen- und Strahlenschutzverordnung verantwortlich.

Jedes Institut / jede Klinik ist zur Führung einer Kartei mit den Bescheinigungen der Arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen verplichtet. Die Beschäftigungsstelle ist insbesondere für die fristgerechte Wahrnehmung der Nachuntersuchungsstermine verantwortlich.


Tätigkeiten des Betriebsarztes [top]

Die Betriebsärzte haben die Aufgabe, den Arbeitgeber beim Arbeitsschutz und bei der Unfallverhütung in allen Fragen des Gesundheitsschutzes zu unterstützen. Sie haben insbesondere

  1. den Arbeitgeber und die sonst für den Arbeitsschutz und die Unfallverhütung verantwortlichen Personen zu beraten, insbesondere bei
  1. die Arbeitnehmer zu untersuchen, arbeitsmedizinisch zu beurteilen und zu beraten.sowie die Untersuchungsergebnisse zu erfassen und auszuwerten.
    Dabei wird auf die inviduelle Gefährdung am Arbeitsplatz eingegangen und die entsprechenden Vorsorgeuntersuchungen vorgenommen.
    Um gesundheitliche Risiken frühzeitig erkennen zu können, werden die arbeitsmedizinischen Untersuchungen in regelmäßigen Abständen wiederholt. Diese Kontrollen sind auch für die Anerkennung von Berufskrankheiten von Bedeutung.

  2. Die Durchführung des Arbeitsschutzes und der Unfallverhütung zu beobachten und im Zusammenhang damit
  1. darauf hinzuwirken, dass sich alle im Betrieb Beschäftigten den Anforderungen des Arbeitsschutzes und der Unfallverhütung entsprechend verhalten, insbesondere sie über die Unfall- und Gesundheitsgefahren, denen sie bei de Arbeit ausgesetzt sind, sowie über die Einrichtungen und Maßnahmen zur Abwendung dieser Gefahren zu belehren und bei de Einsatzplanung und Schulung der Helfer in "Erster Hilfe" und des medizinischen Hilfspersonals mitzuwirken.

    Die Betriebsärzte haben auf Wunsch des Arbeitnehmers diesem das Ergebnis arbeitsmedizinischer Untersuchungen mitzuteilen

    Zu den Aufgaben de Betriebsärzte gehört es nicht, Krankmeldungen der Arbeitnehmer auf ihre Berechtigung zu überprüfen.

Einstellungsuntersuchungen [top]

Anwendungsbereich
Eignungsuntersuchung zur Feststellung, ob ein Bewerber für die künftige Tätigkeit aus arbeitsmedizinischer Sicht geeignet ist.

Personenkreis
Neueinstellungen vor Abschluss eines Arbeits- oder Ausbildungsvertrages.

Untersuchungen
Eigen- und Familienanamnese, gründliche körperliche Untersuchung (Herz, Kreislauf, Lunge, Muskulatur, Gelenke, Haut etc.).
Spezielle weitergehende Untersuchungen je nach Art der künftigen Tätigkeit.

Nachuntersuchungen
Nur in besonderen Fällen, wenn Auffälligkeiten festgestellt wurden, z. B. vor Ablauf der Probezeit.


G 20 Lärm [top]

Anwendungsbereich
Vorsorgeuntersuchungen, um eine Schädigung des Gehörs durch Lärm frühzeitig zu erkennen und eine ausreichende Funktionsfähigkeit des Sinnesorgans Ohr zu erhalten

Personenkreis
Personen die erhöhtem Lärm ausgesetzt sind, z.B. Mitarbeiter in Maschinen- und Turbinenhallen.

Untersuchungen
Eigen- und Familienanamnese, Besichtigung des Außenohres, - Hörtest in Luftleitung, - Beratung zum Gehörschutz

Nachuntersuchungen
erste Nachuntersuchung nach 12 Monaten, weitere Nachuntersuchungen alle


G 24 Hauterkrankungen (außer Hautkrebs) [top]

Anwendungsbereich
Gefährdung der Haut durch hautschädigende Stoffe, Arbeitsverfahren oder sonstige Einflüsse.

Personenkreis
Pflegekräfte, Zahntechniker, Reinigungskräfte, Metall-, Kunststoff-, Holz-, Bauarbeiter, Maler, Lackierer, Elektroniker, Gärtner, Köche, Küchenhilfen.

Untersuchungen
Eigen- und Familienanamnese, Untersuchung der Haut

Nachuntersuchungen
erste Nachuntersuchung innerhalb von 24 Monaten, weitere Nachuntersuchungen alle 5 Jahren.


G 25 Fahr-, Steuer- und Überwachungstätigkeiten [top]

Anwendungsbereich
Ausüben von Fahr-, Steuer- oder Überwachungstätigkeiten

Personenkreis
Mitarbeiter, die PKW, Motorrädern, Schlepper, LKW, Omnibusse, Schienenfahrzeuge, Flurförderzeugen, Regalbedienungsgeräten, Hebezeugen, Erdbaumaschinen oder ähnliche Maschinen führen.

Untersuchungen
Urinstatus, Sehtest und Hörtest

Nachuntersuchungen
Alter < 40 zwischen 3 und 5 Jahren
Alter 40 - 60 zwischen 2 und 3 Jahren
Alter > 60 zwischen 1 und 2 Jahren


G 26 Atemschutzgeräte [top]

Anwendungsbereich
Belastung durch Atemschutzgeräten

Personenkreis
Gruppe 1 (Gerätegewicht bis 3 kg): Befahren von Behältern mit Druckluft-Schlauchgeräten oder Frischluft-Druckschlauchgeräten, Tragen von Partikelfiltergeräten der Klasse P1 und P2 bei Auftreten von gesundheitsgefährlichen Stäuben.
Gruppe 2 (Gerätegewicht 3 bis 5 kg): Tragen von Gas- und Kombinationsfiltergeräten beim Auftreten giftiger Gase, Dämpfe oder Stäube, Tragen von Regenerationsgeräten unter 5 kg bei Kanalarbeiten.
Gruppe 3 (Gerätegewicht über 5 kg): Tragen von Behältergeräten mit Druckluft mit und ohne Schutzanzügen bei Feuerwehren, Tragen von Regenerationsgeräten von über 5 kg bei Feuerwehren.

Untersuchungen
Urinstatus, Spirometrie, Otoskopie und eventuell Röntgenaufnahme des Thorax, Sehtest, Hörtest, Ergometrie

Nachuntersuchungen
Mitarbeiter unter 50 Jahren alle 3 Jahren,
Mitarbeiter über 50 Jahren bei einem Gerätegewicht unter 5 kg alle 2 Jahren und einem Gerätegewicht von über 5 kg alle 12 Monate.


G 30 Hitzearbeiten [top]

Anwendungsbereich
Arbeiten mit Hitzeexposition.

Personenkreis
Mitarbeiter in Heizungsanlagen, Fernwärme oder Tätigkeiten unter tropischen Bedingungen.

Untersuchungen
Urinstatus, Blutdruck, Puls und EKG in Ruhe und nach Belastung (Ergometrie), gegebenenfalls Röntgenaufnahme des Thorax

Nachuntersuchungen
Personen bis 50 Jahre alle 5 Jahre
Personen über 50 jahre alle 2 Jahre


G 31 Überdruck [top]

Anwendungsbereich
Arbeiten in Druckluft mit einem Überdruck von mehr als 0,1 bar.

Personenkreis
Taucher, Druckluftarbeiter

Untersuchungen
Urinstatus, Blutentnahme, Blutdruck und Puls in Ruhe und nach Belastung, Ergometrie, Spirometrie, Otoskopie, Röntgenaufnahme des Thorax

Nachuntersuchungen
alle 12 Monate


G 35 Arbeitsaufenthalt im Ausland unter besonderen klimatischen und gesundheitlichen Aspekten [top]

Anwendungsbereich
Besondere klimatische und gesundheitliche Belastungen sind bei einem Aufenthalt in den Gebieten zwischen 30° nördlicher und 30° südlicher Breite aber auch in Korea, Libanon, Mongolei, Syrien, Türkei, Tunesien und Uruguay anzunehmen.

Untersuchungen
Urinstatus, Blutentnahme, Ruhe-EKG Bei Arbeitsaufenthalten von insgesamt mehr als 3 Monaten pro Jahr, muss vor der Abreise eine Erstuntersuchung durchgeführt werden.

Nachuntersuchungen
nach 2 bis 3 Jahren. Dauert der Auslandsaufenthalt länger als 1 Jahr, so muss nach der Rückkehr innerhalb von 8 Wochen die Nachuntersuchung erfolgen.


G 37 Bildschirmarbeitsplätze [top]

Anwendungsbereich
Tätigkeiten an Bildschirmarbeitsplätzen

Personenkreis
Beschäftigte an einem Bildschirmarbeitsplatz ist jeder, der gewöhnlich bei einem nicht unwesentlichen Teil seiner normalen Arbeit ein Bildschirmgerät benutzt.

Untersuchungen
Sehtest

Nachuntersuchungen
Beschäftigte unter 40 Jahren alle 5 Jahre,
Beschäftigte über 40 Jahren alle 3 Jahre

Merkblatt GUV 23.3 Bildschirm Arbeitsplätze
zubeziehen unter Bestell-Nr. GUV 23.3 von der
Bayerischen Landesunfallkasse, Ungererstr. 71, 80791 München
Tel.: 089 - 3 60 93-0, Fax: 089 - 3 60 93-135

PDF-Dokument [5MB]:
BGI 650 Bildschirm- und Büroarbeitsplätze Leitfaden für die Gestaltung


G 39 Schweißrauche [top]

Anwendungsbereich
Schweißarbeitsplätze, bei denen die Luftgrenzwerte bestimmter Gefahrstoffe (z.B. Blei, Chrom-VI-Verbindungen, Nickel) überschritten werden könnten.

Personenkreis
Personen mit Schweißrauchkontakt

Untersuchungen
Atemwegsbezogene Anamnese, Röntgenaufnahme des Thorax, Spirometrie

Nachuntersuchungen
alle 3 Jahre


G 40 Krebserzeugende Gefahrstoffe - allgemein - [top]

Anwendungsbereich
Tätigkeiten an Arbeitsplätzen, an denen der Luftgrenzwert für krebserzeugende Gefahrstoffe wie Acrylnitril, Benzopyren, Beryllium, 1,3-Butadien, 1-Chlor-2,3-Epoxypropan (Epichlorhydrin), Cobalt und seine Verbindungen, Dimethylsulfat und Hydrazin nicht eingehalten wird.

Untersuchungen
Urinstatus, Blutentnahme, Röntgenaufnahme des Thorax, Haemoccult

Nachuntersuchungen
je nach Art und Ausmaß der Exposition nach 2 bis 5 Jahren


G 42 Tätigkeiten mit Infektionsgefährdung [top]

Anwendungsbereiche
Tätigkeiten, die durch den Umgang mit Patienten oder deren Körperflüssigkeiten in Kontakt mit Erregern kommen könnten.

Personenkreis
Mitarbeiter in Einrichtungen der Human-, Zahn- oder Veterinärmedizin

Untersuchungen
Anamnese, körperliche Untersuchung, Urinstatus, Blutentnahme, Tuberkulintest, je nach Erreger weitere Untersuchungen wie z.B. HIV, HBV und HCV.

Nachuntersuchungen
erste Nachuntersuchung nach 1 Jahr, weitere Nachuntersuchungen alle 3 Jahre


G 43 Biotechnologie [top] - entfallen

Nach Novellierung der BG-Grundsätze ist die Untersuchung nach G43 entfallen, da keine Hinweise vorliegen, dass die eingestuften Organismen, deren genetisches Material verändert wurde, gefährlicher sind als die Ausgangsorganismen. Bei Exposition sind die für den Erreger typischen Infektionskrankheiten zu erwarten. Daher wurde die G43 in die G42 eingegliedert.


G 1.2 Asbestfaserhaltiger Staub [top]

Anwendungsbereich
Abbruch-, Instandsetzungs- und Sanierungsarbeiten mit einer Asbestfaserkonzentration von mehr als 15 000 Fasern/m².

Personenkreis
Peronen mit Kontakt zu Asbestfasern

Untersuchungen
Röntgenaufnahme des Thorax und Spirometrie

Nachuntersuchungen
alle 12 - 36 Monate


Biostoffverordnung [top]

Anwendungsbereich
Diese Verordnung gilt für Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen einschließlich Tätigkeiten in deren Gefahrenbereich. Zweck der Verordnung ist der Schutz der Beschäftigten vor der Gefährdung ihrer Sicherheit und Gesundheit bei diesen Tätigkeiten. Diese Verordnung gilt nicht für Tätigkeiten, die dem Gentechnikrecht unterliegen, soweit dort gleichwertige oder strengere Regelungen bestehen.

Personenkreis
Mitarbeiter der Institute bei denen eine Gefährdung besteht

Untersuchungen
Anamnese, körperliche Untersuchung, Urinstatus, Blutentnahme, Tuberkulintest, je nach Erreger weitere Untersuchungen

Nachuntersuchungen
erste Nachuntersuchung nach 1 Jahr, weitere Nachuntersuchungen alle 3 Jahre


Röntgenschutzverordnung [top]

Anwendungsbereich
Diese Verordnung gilt für Röntgeneinrichtungen und Störstrahler, in denen Röntgenstrahlen mit einer Grenzenergie von mindestens fünf Kiloelektronvolt durch beschleunigte Elektronen erzeugt werden können und bei denen die Beschleunigung der Elektronen auf eine Energie von drei Megaelektronvolt begrenzt ist. Diese Verordnung gilt nicht für Störstrahler, die zur Erzeugung ionisierender Teilchenstrahlung betrieben werden und der Strahlenschutzverordnung unterliegen.

Personenkreis
Personen im Kontrollbereich

Untersuchungen
Anamnese, körperliche Untersuchung, Urinstatus, Blutentnahme

Nachuntersuchungen
Kategorie A: jährlich
(> 6 mSv/Jahr oder Organdosis der Augenlinse > 45 mSv/Jahr oder der Haut, Hände, Unterarme, Füße, Knöchel > 150 mSv/Jahr)
Kategorie B: Ende der Tätigkeit
(> 1 mSv/Jahr oder Organdosis der Augenlinse > 15 mSv/Jahr oder der Haut, Hände, Unterarme, Füße, Knöchel > 50 mSv/Jahr)

Ausführlich unter Verordnung über den Schutz vor Schäden durch Röntgenstrahlen


Infektionsschutzgesetz § 43 - Umgang mit Lebensmitteln [top]

Anwendungsbereich
Umgang mit Lebensmitteln

Personenkreis
Personen bei denen im Rahmen der Tätigkeit der Umgang mit Lebensmitteln vorgesehen ist.
D.h. Personen, die Lebensmittel herstellen, behandeln oder inverkehrbringen und dabei mit ihnen direkt (mit der Hand) oder indirekt über Bedarfsgegenstände (z.B. Geschirr, Besteck oder andere Arbeitsmaterialien) in Berührung kommen.

Untersuchungen
schriftliche und mündliche Belehrung, ggf. Stuhluntersuchung

Nachuntersuchungen
jährlich

Ausführlich unter Medicine Worldwide - Infektionskrankheiten, Infektionsschutzgesetz


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