Erste Hilfe aktualisiert: 21.08.2014

Übersicht:


Grundlage [top]

Entsprechend der Unfallverhütungsvorschrift Erste Hilfe (GUV-V A5) sollte durch den/die Klinikdirektor/-in bzw. Institutsleiter/-in und die Abteilungsleiter der Zentralverwaltung die Ersthelfer bestimmt werden. Nach den Empfehlungen der Berufsgenossenschaften sollten ungefähr 5% der Beschäftigten in Erster Hilfe ausgebildet sein und auch als Ersthelfer zur Verfügung stehen. Für diese Ersthelfer sind alle drei Jahre Erste-Hilfe-Kurse (Wiederho­lungskurse) vorgesehen. Diese Ersthelfer sind dann sowohl für die Ausstattung des Erste-Hilfe-Raumes als auch für das Nachfüllen der Erste-Hilfe-Kästen verantwortlich. Die einzel­nen Institute sind verpflichtet, aus ihrem Etat Erste-Hilfe-Kästen zur Verfügung zu stellen.


Aufgaben des Ersthelfers / der Ersthelferin [top]

Die Unfallverhütungsvorschrift verlangt, dass sich Versicherte zum Ersthelfer ausbilden und in angemessenen Zeiträumen fortbilden lassen, sofern keine persönlichen Gründe entgegen­stehen (z.B. fehlende körperliche, geistige oder psychische Eignung). Nach der Ausbildung müssen sie sich für Erste-Hilfe-Leistungen zur Verfügung stellen. Alle zwei bis drei Jahre sollte er / sie an einem Wiederholungskurs für Erste Hilfe teilnehmen.

Der Ersthelfer / die Ersthelferin hat die Aufgabe, in seinem / ihren Arbeitsbereich Erste Hilfe bei verletzten Kollegen durchzuführen.
Weiterhin sind sie sowohl für die Ausstattung des Erste-Hilfe-Raumes als auch für das Nach­füllen der Erste-Hilfe-Kästen verantwortlich. Der Sanitätskasten ist mindestens einmal pro Quartal durch den Ersthelfer / die Ersthelferin auf Vollständigkeit zu überprüfen. Das feh­lende Material ist vom Lager im Luitpoldkrankenhaus oder vom Sanitätsfachhandel anzufor­dern. Die einzelnen Institute sind verpflichtet, aus ihrem Etat Erste-Hilfe-Kästen zur Verfü­gung zu stellen.


Zivilrechtliche Aspekte [top]

Es steht eindeutig fest, dass ein Ersthelfer (mit oder ohne spezielle Ausbildung), der nach bestem Wissen und Gewissen handelt (also seinem Kenntnisstand entsprechend) grundsätz­lich weder mit nachteiligen zivilrechtlichen noch strafrechtlichen Konsequenzen zu rechnen hat. Er bleibt selbst dann straffrei, wenn ihm bei der Hilfeleistung ein Fehler unterlaufen sollte. Erste Hilfe ist selbst dann straflos, wenn dabei eine strafbare Handlung begangen wird, zum Beispiel eine Körperverletzung, sofern sie ungewollt geschieht. Voraussetzung ist, dass der Ersthelfer zumindest die einfachsten Überlegungen anstellt, die jedem anderen auch ein­leuchten. Hierbei ist wichtig zu wissen, dass das Fehlen von Fachkenntnissen nicht als Ver­schulden angesehen wird. Genau das ist aber auch der Ansatzpunkt der Prävention, die eine ausreichende Anzahl von Ersthelfern in den Betrieben und regelmäßige Fortbildung vorsieht, um eine fachgerechte und flächendeckende Versorgung mit qualifizierten Ersthelfern sicher­zustellen.


Unterweisung in Erster Hilfe [top]

Nach der Unfallverhütungsvorschrift Erste Hilfe (GUV-V A5) hat der Unternehmer dafür zu sorgen, dass jeder Versicherte mindestens einmal jährlich über das Verhalten bei Unfällen unterwiesen wird. Dadurch sollen die Beschäftigten rechtzeitig darüber in Kenntnis gesetzt werden, welche Personen und Einrichtungen für die Erste Hilfe bei Arbeitsunfällen zur Verfügung stehen und was sie zu tun haben, damit dem Verletzten optimal geholfen wird. Bei der Unterweisung sollten insbesondere folgende Fragen beantwortet werden:

In Arbeitsbereichen bzw. Laboratorien, in denen mit Gefahrstoffen umgegangen wird, sollte der Vorgesetzte mit seinen Mitarbeitern zweimal pro Jahr die wichtigsten Notfallmaßnahmen üben. Dazu gehören z. B.:

Dies alles gilt auch für Praktikanten und Studenten. Mit ihnen sollte einmal im Semester eine praktische Übung vor Ort bzw. im Labor durchgeführt werden.


Benötige Anzahl an Ersthelfern [top]

Als Berechnungsgrundlage dient nicht die Zahl der Gesamtbelegschaft, sondern die Zahl der anwesenden Beschäftigten. Bei bis zu 20 anwesenden Beschäftigten ist mindestens ein Ersthlfer vorgeschrieben und bei mehr als 20 anwesenden Beschäftigten werden in Verwaltungs- und Handelsbetrieben mindestens 5 Prozent, in allen übrigen Betrieben mindestens 10 Prozent der anwesenden Beschäftigten als Ersthelfer verlangt. Diese Zahl muss auch in Urlaubszeiten sichergestellt sein.


Alarmplan [top]

Um bei einem Unfall den Ersthelfer in die Lage zu versetzen, ohne Zeitverlust einen Notruf an die zuständige Stelle abzugeben und dadurch den Einsatz der benötigten Rettungseinheiten zu erwirken, muss ein Alarmplan vorhanden sein. In ihm sind die Zuständigkeiten und Auf­gaben so festgelegt, dass jeder Verantwortliche auf Grund der empfangenen Meldung seine Pflicht ohne Verzögerung zielsicher erfüllen kann. Der Alarmplan für den Unfall sollte zwecks besserer Übersicht mit dem Alarmplan für den Brandfall kombiniert werden. Auch Flucht- und Rettungspläne nach der Arbeitsstättenverordnung sind nützlich um einen ausge­bildeten Ersthelfer, eine Krankentrage oder Erste-Hilfe-Material zu finden. Als Voraussetzung für schnelle Hilfe gilt, dass Alarmpläne ständig aktualisiert und an geeigneten Stellen ausge­hängt werden.


Verhaltensregeln bei Notfällen oder Arbeitsunfällen [top]

Grundsätzlich gilt:

Inhalt des Notrufes:


Anleitung zur Ersten Hilfe bei Unfällen [top]

(entsprechend den Richtlinien der Berufsgenossenschaften
"Anleitung zur Ersten Hilfe bei Unfällen" GUV-I 503)

Blutende Wunden:
Erkennen:

Gefahr:

Maßnahmen:
- Blutende Wunden können durch Kleidungsstücke
oder durch die Lage des Verletzten verdeckt werden
- Schock
- Verbluten
- Wunden keimfrei bedecken
Abriß von Körperteilen:
abgetrenntes Körperteil wie vorgefunden in keimfreies
Verbandsmaterial einwickeln und dem Verletzten,
möglichst kühl verpackt, mitgeben
Bewustlosigkeit:
Erkennen:
Maßnahmen:
- Der Bewußtlose ist nicht ansprechbar
- Feststellen der Atmung
- Stabile Seitenlage
Atemstillstand:
Erkennen:


Gefahr:
Maßnahmen:
- Keine Atemgeräusche
- Keine Atembewegungen
- Keine Ausatemluft
Tod durch Sauerstoffmangel
Mund-zu-Nase-Beatmung
Falls nicht durchführbar
Mund-zu-Mund-Beatmung
Falls erforderlich
- Fremdkörper aus Mund und Rachen entfernen
- Atemspende fortsetzen
Herz-Kreislauf-
Stillstand:
Erkennen:


Gefahr:
Maßnahmen:
- Bewußtlosigkeit
- Atemstillstand
- Kein Puls
Tod durch Sauerstoffmangel
Herz-Lungen-Wiederbelebung
- Druckpunkt aufsuchen
- Herzdruckmassage und Atemspende im Wechsel
Schock:
Erkennen:








Maßnahmen:
- schneller und schwächer werdender,
schließlich kaum tastbarer Puls
- fahle Blässe
- kalte Haut
- frieren
- Schweiß auf der Stirn
- Teilnahmslosigkeit
Diese Anzeichen treten nicht immer alle und
nicht immer gleichzeitig auf
- Schocklage herstellen (Beine hoch lagern)
- Blutung stillen
- vor Wärmeverlust schützen
- für Ruhe sorgen
- tröstender Zuspruch
- ständige Kontrolle von Bewußsein, Atmung und
Kreislauf
Verbrennungen:
Erkennen:


Gefahr:


Maßnahmen:
- Hautrötung
- Blasenbildung
- Tiefergehende Gewebeschädigungen
- Schock
- Störung der Atmung
- Infektion
- Brennende Person ablöschen
- mit heißen Stoffen behaftete Kleidung entfernen
- lokale Kaltwasseranwendung
- Brandwunden keimfrei bedecken
- vor Wärmeverlust schützen
- ständige Kontrolle von Bewustsein, Atmung und
Kreislauf
Unfälle durch
elektrischen Strom:
Grundsatz:

Gefahr:


Maßnahmen:
Auf Selbstschutz achten! Bei Hochspannung oder
unbekannter Spannung mindestens 5 m Abstand.
- Atemstillstand
- Herz-Kreislauf-Stillstand
- Verbrennung
Bei Niederspannung (übliche Spannung im Haushalt
und Gewerbe, maximal bis 1000 Volt)
Strom unterbrechen durch: Ausschalten, Stecker
ziehen, Sicherung herausnehmen
Bei Hochspannung (über 1000 Volt, durch Warn-
schild mit Blitzpfeil gekennzeichnete Anlagen)
Noruf "Elektrounfall" und Fachpersonal verständigen;
Rettung aus Hochspannungsanlagen nur durch
Fachpersonal.
Bei unbekannter Spannung Maßnahmen wie
bei Hochspannung.
Bei jedem Elektrounfall ständige Kontrolle von
Bewußtsein, Atmung und Kreislauf
Vergiftungen:
Erkennen:

Grundsatz:

Maßnahmen:






Medikamente:
Angaben des Verletzten und anwesender Personen;
Anzeichen im Umfeld für das Einwirken giftiger Stoffe.
Verletzten unter Selbstschutz aus Gefahrbereich
in frische Luft bringen.
- Kontaminierte Kleidung entfernen
- für Körperruhe sorgen
- vor Wärmeverlust schützen
- bei Atemnot Sauerstoff inhalieren lassen
- für ärztliche Behandlung sorgen
- Chemische Stoffe und
durchgeführte Maßnahmen angeben
ULTRACARBON (Firma Merck)
Lokal-Antidot bei akuten, orlaen Vergiftungen und bei
einer Überdosierung von Medikamenten.
Adsorption eines breiten Spektrums an Giftstoffen.
Adsorption beträchtlicher Giftmengen aufgrund der
großen Oberfläche.
Anwendung auch nach provoziertem Erbrechen oder
einer Magenspülung.
CYANOKIT (Firma Orphan Europe)
Antidot-Behandlung bei akuter Intoxikation mit
Hydrogen-Cyanid (Blausäure) und dessen Derivaten.
Verätzungen:
Grundsatz: auf Selbstschutz achten
- der Haut:
Erkennen:

Gefahr:

Maßnahmen:
- Rötung, Blasenbildung, Gewebezerstörung
- Schmerz
- Schlecht heilende Wunde
- Infektion
- kontaminierte Kleidungsstücke entfernen
- Haut ausgiebig mit Wasser spülen
- notfalls ätzenden Stoff abtupfen
- der Augen:
Erkennen:

Gefahr:
Maßnahmen:
- Krampfartiges Zukneifen der Augenlider
- Abwehrhaltung des Verletzten
- Erblinden
- Sofort an der Unfallstelle unter der Augendusche
oder mit Hilfe der sterilen Augenspüllösung alle
schädigenden Stoffe (Laugen, Säuren, Kalk oder
andere Fremdkörper) aus dem Bindehautsack
entfernen (unverletztes Auge schützen). Dabei die
Lider weit auseinanderhalten und unter Umständen
mit einem Lidhalter ektropionieren. Dabei sollte der
Patient Blickbewegungen nach allen Richtungen
durchführen.
Grundsätzlich erst spülen, dann Klinik aufsuchen.
Eine Klinikeinweisung ohne Spülung am Unfallort
ist falsch!
Die sterile Augenspüllösung kann vom Lager
(Luitpoldkrankenhaus) angefordert werden.
- der Verdauungsorgane:
Erkennen:

Gefahr:

Maßnahmen:
- Speichelfluß
- weißlicher Belag in Mund/Rachen
- Speiseröhren- oder Magendurchbruch
- Schock
- Reichlich Wasser in kleinen Schlucken trinken
lassen, aber niemals zum Erbrechen bringen
- Schockbekämpfung
- der Atmungsorgange
- durch Reigase:
Erkennen:




Gefahr:

Maßnahmen:
Bei Verätzungen der Atmungsorgane durch Reizgase
(z. B. Chlor, Nitrose, Gase, Amoniak,
Chlorwasserstoff, Schwefeldioxid, Formaldehyd)
- Reizhusten
- Rasselgeräusche
- Atemnot
- Toxisches Lungenödem
- Rettung aus dem Gefahrenbereich
- Zufuhr von Frischluft
- kontaminierte Kleidungsstücke entfernen
- Haut mit Wasser abspülen
- liegender Transport
- Vermeidung jeglicher körperlicher Anstrengung
- Inhalation von Auxiloson Aerosol (3 mal 5-8 Hübe)
- der Atmungsorgange
- durch Erstickungsgase:



Erkennen:

Gefahr:

Maßnahmen:
Bei Verletzung der Atmungsorgane durch Einatmung
von Erstickungsgasen (Schwefelwasserstoff,
Kohlenmonoxid, Kohlendioxid, Blausäuredämpfe)
- Atemnot
- Reizhusten
- Sauerstoffmangel
- Ersticken
- Rettung aus dem Gefahrenbereich
- rasche Zufuhr von Frischluft oder Sauerstoff
- Vermeidung jeglicher körperlicher Anstrengung
- liegender Transport
Knochenbrüche /
Verletzungen der
Gelenke:
Maßnahmen: - Ruhigstellung des verletzten Körperteils in
vorgefundener Lage
- bei Verdacht auf Wirbelsäulenverletzungen
Lage des Verletzten nicht ändern

Gefahrstoffspezifische Erste Hilfe [top]

GESTIS - Gefahrstoffinformationssystem der gewerblichen Berufsgenossenschaften

Die GESTIS-Stoffdatenbank enthält Informationen für den sicheren Umgang mit chemischen Stoffen am Arbeitsplatz, wie z.B. die Wirkungen der Stoffe auf den Menschen, die erforderlichen Schutzmaßnahmen und die Maßnahmen im Gefahrenfall (inkl. Erste Hilfe). Darüber hinaus wird der Nutzer über wichtige physikalisch-chemische Daten der Stoffe sowie über spezielle gesetzliche und berufsgenossenschaftliche Regelungen zu den einzelnen Stoffen informiert. Es sind Informationen zu etwa 7000 Stoffen enthalten. Die Pflege der Daten erfolgt zeitnah nach Veröffentlichung im Vorschriften- und Regelwerk oder nach Vorliegen neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse. Die GESTIS-Stoffdatenbank kooperiert mit der Gefahrstoffdatenbank der Arbeitsschutzbehörden der Länder (GDL), s.a. gemeinsame Gefahrstoffdatenbank der Länder und der Berufsgenossenschaften.

Direkte Erste-Hilfe-Links in der GESTIS-Datenbank:

Merkblatt Erste Hilfe bei Unfällen mit Fluorwasserstoff-Flusssäure


Erste-Hilfe-Raum und Ausstattung [top]

(entsprechend den Richtlinien der Berufsgenossenschaften
"Merkblatt für Sanitätsräume in Betrieben"GUV-I 662)


Erste-Hilfe-Material [top]

(entsprechend den Richtlinien der Berufsgenossenschaften
"Merkblatt für Erste-Hilfe-Material"GUV-I 512)

  • 1. Allgemeines

  • 2. Notwendiger Vorrat

  • 3. Inhalt der Verbandkästen

  • 4. Aufbewahrung

  • 5. Kennzeichnung

  • 6. Zusätzliche Mittel

    1. Allgemeines

      Zum Erste-Hilfe-Material zählen Verbandstoffe, alle sonstigen Hilfsmittel und medizinischen Geräte sowie Arzneimittel, soweit sie der Durchführung von Erste Hilfe dienen. In Betrieben sind mindestens diejenigen Verband- und Hilfsmittel vorrätig zu halten, die in einem
      großen Verbandkasten, z. B. nach DIN 13169 "Erste-Hilfe-Material; Verbandkasten-E",
      oder
      kleinen Verbandkasten, z. B. nach DIN 13157 "Erste-Hilfe-Material; Verbandkasten C"
      enthalten sind.
      Verbandmittel können auch in anderen Behältnissen, z. B. Verbandschränken, bereitgehalten werden.
      Übersicht Erste-Hilfe-Material

    2. Notwendiger Vorrat

      Hinweise auf Art und menge der vorrätig zu haltenden Verband- und Hilfsmittel sind in den Durchführungsanweisungen zu § 5 der UVV "Erste Hilfe " (GUV-V A5) und in der Arbeitsstätten-Richtlinie ASR 39/1,3 "Mittel und Einrichtungen zur Ersten Hilfe" enthalten.
      Je nach Größe des Betriebes müssen nach der Arbeitsstätten-Richtlinie ASR 39/1,3 zur Verfügung stehen:

      Betriebsart Zahl der Beschäftigten Kleiner
      Verbandkasten
      Großer *)
      Verbandkasten
      Verwaltungs- und
      Handelsbetriebe
      1 - 50 1  
      51 - 300   1
      ab 301
      für je 300 weitere Beschäftigte
      zusätzlich ein großer Verbandskasten
      2
      Herstellungs-,
      Verarbeitungs- und
      vergleichbare Betriebe
      1 - 20 1  
      21 - 100   1
      ab 101
      für je 100 weitere Beschäftigte
      zusätzlich ein großer Verbandkasten
      2
      Baustellen und
      baustellenähnliche
      Einrichtungen
      1 - 10 1 **)  
      11 - 50   1
      ab 51
      für je 50 weitere Beschäftigte
      zusätzlich ein großer Verbandskasten
      2

      *) Zwei kleine Verbandkästen ersetzen einen großen Verbandkasten.
      **) Für die Tätigkeiten im Außendienst, insbesondere für die Mitführung von Erste-Hilfe-Material in Werkstattwagen un Einsatzfahrzeugen, kann auch der Kraftwagen-Verbankasten z. B. nach DIN 13164 als kleiner Verbandkasten verwendet werden.
      Übersicht Erste-Hilfe-Material

    3. Inhalt der Verbandkästen

      lfd.
      Nr.
      Stückzahl
      kleiner
      Verbandkasten
      Stückzahl
      großer
      Verbandkasten
      Benennungen
      oder
      Bezeichnungen
      Ausführung
      Bemerkungen und
      Hinweise
      1 1 2 Heftpflaster DIN 13019 - A 5 x 2,5
      2 8 16 Wundschnell-
      verband
      DIN 13019 - E 10 x 6
      3 4 8 Fingerkuppen-
      verband
      120mm x 20 mm
      4 4 8 Fingerverband 120mm x 20 mm
      5 4 8 Pflasterstrip 19 mm x 72 mm
      6 8 16 Pflasterstrip 25 mm x 72 mm
      7 1 2 Verband-
      päckchen

      DIN 13151 - K

      8 3 6 Verband-
      päckchen
      DIN 13151 - M
      9 1 2 Verband-
      päckchen
      DIN 13151 - G
      10 1 2 Verbandtuch DIN 13152 - A
      11 6 12 Kompresse (100 ± 5) mm x (100 ± 5) mm
      12 2 4 Augenkompresse  
      13 1 2 Kälte-Sofortkompresse Fläche min. 200 cm2
      14 1 2 Rettungsdecke 2100 mm x 1600 mm
      15 2 4 Fixierbinde DIN 61634 - FB 6
      16 2 4 Fixierbinde DIN 61634 - FB 8
      17 2 4 Dreiecktuch DIN 13168 - D
      18 1 1 Erste-Hilfe-
      Schere
      DIN 58279 - B 190
      19 2 4 Folienbeutel  
      20 5 10 Vliesstoff-Tuch  
      21 4 8 Einmal-
      handschuhe
       
      22 1 1 Erste-Hilfe-
      Broschüre
       

      23

      1

      1

      Inhalts-
      verzeichnis

       

      Übersicht Erste-Hilfe-Material

    4. Aufbewahrung

      Die Aufbewahrungsorte richten sich nach Unfallschwerpunkten, der Struktur des Betriebes (Ausdehnung, Räumlichkeiten, Betreibsarten, räumlichen Verteilung der Arbeitsplätze) und den auf dem Gebiet des Rettungswesens getroffenen organisatorischen Maßnahmen.

      Das Erste-Hilfe-Material muß jederzeit schnell erreichbar und leicht zugänglich (z.B. Flur oder Treppenhaus) in geeigneten Behältnissen, geschützt gegen schädigenden Einflüsse (Verunreinigungen, Nässe und extreme Temperaturen), in ausreichender Menge bereitgehalten sowie ergänzt werden.

      Nach dem seit 1. Januar 1995*) geltende Medizinproduktegesetz müssen Verbandstoffe eine CE-Kennzeichnung tragen, bedürfen jedoch keiner Angaben eines Verfalldatums.

      Ist dennoch ein Verfalldatum angegeben, verbietet das Medizinproduktgesetzt unter Androhung eines Bußgeldes die weitere Anwendung nach Ablauf des Verfalldatums.

      Erste-Hilfe-Material ohne Verfalldatum muß erst bei Verschmutzung oder Beschädigung ausgetauscht werden. Es ist - ausgenommen Pflastermaterial - bei sauberer und trockener Lagerung lange Zeit eisatzfähig.

      *) Es gilt eine Übergangsfrist bis 13. Juni 1998. Mit einer Verlängerung bis zum 30. Juni 2001 ist zu rechnen.

      Nach Auffassung des Bundesministeriums für Gesundheit steht das seit 1. Januar 1995 geltende Medizinproduktegesetz (MPG) - in Hinsicht der Erfordernis eines Verfalldatums - im Widerspruch zu der europäischen und deutschen Rechtsauffassung. Das Ministerium unternimmt derzeit Anstrengungen ein Verfalldatum bei sterilisiertem Verbandsmaterial zwingend vorzuschreiben.
      Übersicht Erste-Hilfe-Material

    5. Kennzeichnung

      Aufbewahungsorte der Verbandmittel
      sind deutlich erkennbar und dauerhaft
      durch ein weißes Kreuz auf quadratischem
      oder rechteckigem grünem Feld
      mit weißer Umrandung zu kennzeichnen.
      (Rettungszeichen "Erste Hilfe")



      E 06 Erste Hilfe
      Auf den nächstgelegenen Aufbewahrungsort
      ist durch einen weißen, liegenden Pfeil
      auf rechteckigem grünem Feld
      mit weißer Umrandung zusammen
      mit dem Rettungszeichen "Erste Hilfe"
      hinzuweisen.



      E 13 Richungsangabe für
      Erste-Hilfe-Einrichtungen

      Die Zeichen müssen der UVV "Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichen am Arbeitsplatz" (GUV-V A8) entsprechen; siehe auch § 12 UVV "Erste Hilfe" (GUV-V A5).
      Übersicht Erste-Hilfe-Material

    6. Zusätzliche Mittel

      Zusätzliches Erste-Hilfe-Material über den Inhalt des Verbandkastens hinaus ist aufgrund betriebsärztlicher Entscheidung oder betriebsbedingter Gefährdungen (z. B. Augennotduschen entsprechend den "Richtlinien für Laboratorien" [GUV-R 120]) bereitzuhalten.

      Bei betriebsspezifischen Gefahren, z. B. im Hinblick auf das Einwirken gefährlicher chemischer Stoffe, können Arzneimittel oder Sauerstoff zum Erste-Hilfe-Material gehören. Diese dürfen ausschließlich vom Arzt oder von besonders ärztlich eingewiesenem Personal angewandt werden.

      Arzneimittel, die nicht für die Erste-Hilfe-Leistung notwendig sind, z. B. Schmerztabletten, gehören nicht zum Erste-Hilfe-Material und damit auch nicht in die Verbandkästen.

      In Zweifelsfällen gibt der Betriebsarzt, der für den Betrieb zuständige Arbeitsmedizinische Dienst oder der Technische Aufsichtsdienst der Berufsgenossenschaft Auskunft.

      Zur Ausstattung von Sanitätsräumen siehe "Merkblatt für Sanitätsräume in Betrieben" (GUV-I 662).
      Übersicht Erste-Hilfe-Material

    7. Bezugsquellen Erste-Hilfe-Material

      Bereich Universitätsklinikum

      Hier kann der Bedarf an Erste-Hilfe-Koffern und Nachfüllpackungen wie folgt abgedeckt werden:

      - Erste-Hilfe-Koffer und Nachfüllpackungen unter Angabe der jeweils zugehörigen DIN-Nummern

      über die Klinikumsverwaltung Tel. 201-55464, Abteilung F – Einkauf – unter Angabe der jeweiligen internen Kostenstellennummer.

      - Einzelne Binden, die jedoch nicht genormt sind
      über das Zentrallager des Klinikums Tel. 201-92201, Fax 201-61883 über die im Intra-Net befindlichen Bestelllisten.

      Bereich Universität

      Hier kann der Bedarf an Erste-Hilfe-Koffern und Nachfüllpackungen eigenständig über beispielsweise folgende Firmen bezogen werden:

      Michallik GmbH & Co. Tel. 07041 / 9589-0, Kießlingweg 60, 75417 Mühlacker, Fax 07041 / 9589-10, E-Mail: info@michallik.com, web: www.michallik.com.

      Strätz FN Medizintechnik Tel. 09305 / 9063-0, Röntgenstraße 14, 97230 EstenfeldFax 09305 / 9063-33, E-Mail: straetz@straetz-fn.de, web: www.straetz-fn.de

      MAMEDA Medizinbedarf, Widemayerstr. 35, 80538 München, E-Mail: kontakt@mameda.de, web: www.mameda.de

    [top]